Biographie Joey Debp

Musik in der Kindheit und Jugend

Es war irgendwann im Winter 1984/85, als ich als Siebenjähriger auf dem Schreibtisch meines acht Jahre älteren Bruders beim Rumspringen zu einer Little Richards – Nummer ausrutschte und mir am Marmorfensterbrett eine Platzwunde am Hinterkopf zuzog.

Ich bezweifle zwar, dass dieser Vorfall in einem unmittelbaren Zusammenhang mit meiner frühen Musikbildung steht, jedoch kann ich nicht bestreiten, dass der damalige Musikgeschmack meines Bruders prägend auf mich wirkte.

Seitdem ich zurückdenken kann, sind für mich die Stones, die Beatles, Blues- und Rock ´n Roll – Größen wie Chuck Berry, Alexis Korner, BB King oder Eric Clapton feste Begriffe und ich wusste schon sehr früh, wer welche Nummern spielt, wie die Bandmitglieder heißen oder welches Genre sie vertreten.

Wie landläufig zu dieser Zeit so üblich lernte ich kurze Zeit später Blockflöte und war einer der Tenöre im Schulchor (wie übrigens auch Keith Richards, die Mutter aller Rockgitarristen, der allerdings gute fünfunddreißig Jahre früher und auch nicht in Neuhaus an der Pegnitz).

Ende der Achtziger wechselte ich dann vom Flöten zum Trompetenspiel, was ich nur kurz und recht erfolg- bzw. lustlos betrieb. (Stegmanns Trompetenschule ist zwar eine exzellente Technik- und Grundbildung aber für einen zwölfjährigen ziemlich uncool und ich war zu dieser Zeit nicht gerade ein Fleißarbeiter…).

Mein Musikgeschmack hatte sich auch geändert und ich hörte zu dieser Zeit, wie fast jeder in meinem Alter, zunächst House- und Rap-Musik wie Snap oder Technotronic.

Etwas später wendeten sich die Hörgewohnheiten bedingt durch die Meilensteine Nevermind von Nirvana und dem Black Album von Metallica wieder mehr in Richtung gitarrenlastiger Musik.

Anfang der Neunziger war auch die Zeit, wo, wahrscheinlich folglich der Auswirkungen des Golfkrieges und der ersten Bushregierung, extrem aggressive Musik aus den Staaten kam. (u.a. Die Chili Peppers mit Blood Sugar Sex Magic oder Rage against the Machine mit ihrem gleichnamigen Debütalbum)

Die Gitarre

Es kamen zwei entscheidende Faktoren zusammen:

Nr.1: Ich besuchte gerade das zweite Mal die 8. Klasse der staatlichen Realschule Pegnitz und die Musikgruppe der Schule spielte zu Weihnachten Knockin on heavens door von Bob Dylan (Ich hatte die Akkorde von Knockin on heavens door)

Nr.2: Mein Bruder spielte seit Jahren Gitarre, da stand daheim unter anderem noch eine alte klassische Gitarre rum (Ich hatte ein Instrument)

In der folgenden Zeit beschäftigte ich mich dann damit, mir aus Büchern und Heften das Gitarrenspiel beizubringen. Zunächst akustisch- und dann elektrisch (über die Stereoanlage direkt eingestöpselt, was unabhängig von den spielerischen Fähigkeiten ziemlich übel klang)

Ich fing auch wieder an, mehr die Musik zu hören, die mein Bruder Mitte der Achtziger hörte als er begann Gitarre zu spielen. Vor allem die alten Blueslegenden wie BB King, Howlin Wolf, Buddy Guy oder Bo Diddley und besonders John Lee Hooker hatten es mir angetan.

So beschäftigte ich mich vor allem mit dem Bluesgitarrenspiel. Der Blues ist der key to the highway, der Schlüssel zu jeglicher Art von Popularmusik. Kannst du einmal den Blues spielen, kannst du dir ziemlich leicht jeden anderen Musikstil aneignen.

In dieser Zeit absolvierte ich auch eine Mechanikerlehre bei der CeramTec AG in Lauf und war im Sportverein Neuhaus sowie dem Fanclub Oberes Pegnitztal aktiv, was für meine Persönlichkeitsentwicklung sehr wichtig war. (Unter anderem konnte ich lernen, wie man die Kameradschaft richtig hochleben lässt)

Nachdem erste Bandversuche mit damaligen Arbeitskollegen fehlschlugen und ich mich noch ein wenig dem Bassspiel gewidmet hatte, wendete sich mit ca. 20 Jahren das Interesse aktiv Musik zu spielen dem intensiver Sport zu treiben (Laufen, Radfahren, Klettern).

Fortan hab ich Musik fast ausschließlich konsumiert und selbst kaum gespielt. (Dafür inzwischen fast jedes Genre.)

Bei den Fakes

Im Supersommer 2003 bin ich über diverse Grillveranstaltungen in den „Highlands“ bei Höfen mit „Laend“, dem Sänger der Fakes, näher in Kontakt gekommen.

Irgendwann brauchten die Fakes gesangliche Unterstützung und so kam es, dass ich zunächst als Gastsänger bei einzelnen Stücken bei diversen Auftritten mitwirken durfte. (Unter anderem am Veldensteiner Festival 2003, dort bekam ich meinen ersten VIP-Ausweis auf dem „Künstler“ aufgedruckt steht)

Ende des Jahres bin ich dann für Thomas Kraus an der Gitarre in die Band eingestiegen.

In den folgenden drei Jahren spielten wir einige regionale und lokale Auftritte und konnten sogar im Vorprogramm von Fiddler´s Green oder Wolfgang Ambros auftreten.

Gewisse Recording- und Eigenkompositionsprojekte wurden forciert und so richtete auch ich mir ein Homerecordingstudio, zunächst für Vorproduktionszwecke, ein. 

Leider ist mit „Bittersüßer Traum“ im Dezember 2004 nur ein Song richtig fertig geworden.

Dieser war jedoch unter der Leitung von Thomas Kraus komplett selbst aufgenommen und produziert worden.

Mit der Zeit wurde es immer schwerer, die ganzen Mitglieder und ihre Verpflichtungen und Interessen unter einen Hut zu bringen und so wurde im Oktober 2006 mit einem Abschlußkonzert (mit vielen Freunden als Gastmusiker vor fast 400 Leuten) im Saal des Sportheimes ein Stück Neuhauser Lokalhistorie würdig beendet.

Auf der Flucht

In der folgenden Zeit diente mein Studio hauptsächlich, um ein paar Akustikcovers als Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenke aufzunehmen.

Von meiner damaligen Arbeit total gelangweilt, war ich „auf der Flucht“ in die Musik und nutzte im September 2008 eine Woche Urlaub, um mich wieder mit der Aufnahme von Songs und Songideen zu beschäftigen.

Am Ende dieser Woche war „Zum kleinen Glück“ aufgenommen. Noch nicht ganz perfekt und noch nicht mit dem letztendlichen Text, aber das komplette Arrangement stand.

Von diesem Ereignis beflügelt waren dann im April 2009 zehn von elf Songs aufgenommen.

Es dauerte jedoch noch eine Ewigkeit und einige Erweiterungsmaßnahmen in meinem Studio, bevor Gesang und Instrumente ordentlich im Kasten waren, sich die Arrangements richtig zusammenfügten und die Texte nicht mehr hakten.

Am 05.11.2010, über 2 Jahre nach Start der Aufnahmen und fast 1 ½ Jahre nachdem 90% der Kompositionsarbeit geleistet war, durfte ich dann mein Debutalbum „Auf der Flucht“ vor gut 150 Gästen im Stodl am Dorfanger in Krotensee präsentieren.

Dark Country

Nachdem ich die ersten Auftritte solo gestaltet hatte, war ich ab Mitte 2011 gelegentlich mit meinen Freunden Karsten Kuppinger am Schlagzeug sowie Jo Meiler am Bass zu sehen, um die Songs getreuer der Albumversion auch auf größeren Bühnen darbieten zu können.

Aus dieser Konstellation hat sich dann meine Begleitband Dark Country formiert, der auf der Webpage, die im Übrigen im Juli 2011 online ging, inzwischen eine ganze Seite gewidmet ist (zur Dark Country Seite).

Scheiß drauf

Im März 2012 konnte auch die wiederum komplett selbst produzierte EP „Scheiß drauf“ veröffentlicht werden, auf der neben dem Titelsong und ein paar Alternativversionen bereits veröffentlichter Songs mit „Put a smile on your face“ und „Kurz vor Schluss“ zwei Stücke zu hören sind, die zu Michael Kittlingers Kurzfilmbeitrag beim 99FIRE-FILMS-AWARD geschrieben wurden.

Im Juli dieses Jahres wurde dann der Titelsong von Achim Bogdahn im Montagsdemo der Zünfunksendung des BR2 vorgestellt und unter anderem von Indierocklegende Thess Uhlmann sehr wohlwollend besprochen.

Joey Debp & Dark Country Live

Dem Wunsch geschuldet, der inzwischen obligatorischen Präsenz auf Internetportalen mit Videoclips aufwarten zu können, wurde die Möglichkeit eines Livemitschnittes durch Robert Wendland bei einem Dark Country Auftritt am 13.04.2012 im MUZ-Club in Nürnberg Gostenhof wahrgenommen und zudem mein Freund Michael Kittlinger zum Filmen beauftragt.

Micha hatte sein Videomaterial dann noch geschnitten und Christian Hielscher den Audiomitschnitt abgemischt, somit sind seit August 2012 Dark Country Clips auf Youtube zu sehen.

Der Livemitschnitt aus der MUZ, der zunächst nur für die Videoclips gedacht war, gefiel uns dann so gut, dass wir uns dazu entschlossen, eine Live-CD zu produzieren, die am 02.11. 2012 im Feststodl zu Krottensee präsentiert wurde.

Der alte Schreiner

Nachdem in den letzten Jahren ein paar Lieder angefallen sind, die unbedingt aufgenommen werden wollten, habe ich im Sommer 2013, erneut in meinem Homestudio, begonnen, ein paar Songs aufzunehmen.

Inspiriert von alten Neil Young oder Bob Dylan Aufnahmen und Springsteens Kultalbum „Nebraska“ sollten beim neuen Album die Songs und deren Aussage, weniger ein imposantes Arrangement im Vordergrund stehen.

So kam es, dass das Album nur mit Akustikgitarre und Mundharmonika fast komplett live eingespielt wurde.

Die Releasefeier fand am 08.11.2013, traditionell, im Kulturstodl Krottensee statt.

Sei nett zu Deinem Chef - Tour

Dem glücklichen Umstand zufolge, mit dem „Der alte Schreiner“ - Album lokal und regional auf größere Resonanz zu stoßen und mehrere Auftritte spielen zu können, kam die Idee, diese unter dem Deckmantel einer Tour laufen zu lassen.

Gespielt werden soll vor allem Solo in Kneipen und kleineren Auftrittsorte überall da, wo der VGN (Verkehrsgroßraum Nürnberg) fährt.

Ende 2013 hat sich auch das Soloequipment erweitert, so dass ich die „Sei nett zu Deinem Chef-Tour“ überwiegend als One man band mit Akustikgitarre, Mundharmonika und zusätzlicher Cajon- und Percussionbegleitung mit Fußbedienung spiele.

Für all diejenigen, die es geschafft haben, den Text bis zu dieser Stelle zu lesen, möchte ich mit einem Satz meines Freundes und Philosophen Rainer Porath schließen:

„Letztendlich ist ja der Umweg das Ziel“